TZI feierte 20-jähriges Jubiläum mit Rück- und Ausblick

Das Technologie-Zentrum Informatik und Informationstechnik (TZI) der Universität Bremen ist ein wichtiger Standortfaktor für die Hansestadt – Wissenschaftssenatorin Prof. Dr. Eva Quante-Brandt zeigte sich daher in ihrem Grußwort erfreut über das volle Haus bei der Feier zum 20-jährigen Jubiläum. Rund 350 Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik besuchten die Veranstaltung, die am 6. Oktober 2015 an der Universität Bremen in Kooperation mit dem Innovationsnetzwerk i2b ausgerichtet wurde.

Wissenschaftssenatorin Prof. Dr. Eva Quante-Brandt

„Das TZI widmet sich erfolgreich der Aufgabe, Produkte zu schaffen, die in die regionale und überregionale Wirtschaft überführt werden“, betonte die Senatorin. Darüber hinaus seien durch Ausgründungen mehr als 250 Arbeitsplätze in der Region geschaffen worden.

Das Institut habe auch einen großen Anteil an der positiven Bewertung der Universität Bremen durch den Wissenschaftsrat, der bei einer Begutachtung vor zwei Jahren insbesondere die hohe Kooperationsbereitschaft und den Transfer an der Universität gelobt hätte, so Quante-Brandt.

Dreiklang aus Forschung, Lehre und Transfer

Für das TZI ist es bereits seit dem Start im Jahr 1995 eine wichtige Aufgabe, neue Technologien in die Gesellschaft zu bringen, wie der heutige Sprecher des Instituts, Prof. Dr. Rainer Malaka, in seiner Keynote betonte. Schon das Gründungsteam um Prof. Dr. Otthein Herzog habe die Vereinigung von Forschung, Lehre und Transfer als Grundidee verfolgt. „Wir glauben, dass dieser Dreiklang für Bremen und das TZI weiterhin sehr wichtig ist“, so Malaka.

20 Jahre TZI

Die digitale Revolution habe das Leben in den vergangenen beiden Jahrzehnten grundlegend verändert, hob er hervor. Das TZI habe zu dieser Entwicklung mit zahlreichen Projekten zu den vier Leitthemen „Interaktion“, „Adaptive Kommunikation“, „Cognition-Enabled Assistance“ und „Systemqualität und Informationssicherheit“ beigetragen und sei dafür mit vielen Preisen ausgezeichnet worden. Malaka betonte unterdessen, dass auch die Grundlagenforschung am TZI eine wichtige Rolle spiele. „Wenn man sie vernachlässigt, ist irgendwann die Pipeline leer.“

Neue Technologien nutzbar machen

In den nächsten 20 Jahren werde die digitale Revolution weiter zügig ihren Lauf nehmen, prognostizierte Malaka. Neue Interaktionsformen zwischen Mensch und Technik, beispielsweise Datenbrillen und Smartwatches, würden zunehmend an Bedeutung gewinnen. Auch das Aufdrucken von Sensoren oder Displays auf beliebige Gegenstände werde das Leben in vielen Bereichen verändern. Alltägliche Anwendungsfelder für die neuen Technologien seien unter anderem Gesundheit, Pflege, Entertainment und Sport. Die Wirtschaft werde sich unterdessen zunehmend vernetzen und in der Produktion die „Industrie 4.0“ verwirklichen.

„Wir sind am TZI ein starkes Team und werden weiter daran arbeiten, diese Technologien sicher, zuverlässig und nutzbar zu machen“, erklärte Malaka.

20 Jahre TZI Diskussion

Dieses Ziel verfolgt beispielsweise auch Prof. Dr. Anna Förster, Professorin für nachhaltige Kommunikationsnetzwerke. In der abschließenden Diskussion beschrieb sie ihr Spezialgebiet: Netzwerke robuster gestalten. „Die Netze sollen sich nach uns richten, nicht umgekehrt“, betonte sie. Sie plädiert auch dafür, dass Menschen „selbstbewusster mit Technologien umgehen“. Angesichts der Flut an Möglichkeiten sei es wichtig zu selektieren, was man wirklich braucht und was nicht.

Erfolgreiche Gründungen aus dem TZI heraus

Bei der OTARIS Interactive Services GmbH, einer Ausgründung des TZI, steht der Mensch ebenfalls im Mittelpunkt: Das Unternehmen entwickelt Lösungen für das „Customer Experience Management“ – es geht also primär darum, die Kundenzufriedenheit zu erhöhen. Gründer und Geschäftsführer Mehmet Kus zeigte sich in der Diskussion „stolz, Teil des TZI gewesen zu sein“. Nach der Arbeit an verschiedenen Forschungsprojekten habe er die Motivation gehabt, noch direkter zur Umsetzung der Entwicklungen beizutragen, und daher OTARIS gestartet.

20 Jahre TZI Projekte

Ähnlich erging es Klaas Nebuhr, der auch aus der Forschung heraus ein Unternehmen gründete – die encoway GmbH, die mittlerweile auf 120 Mitarbeiter gewachsen ist und ihren Sitz immer noch nahe der Universität hat. Sie spezialisiert sich auf die virtuelle Produktkonfiguration und ermöglicht es Unternehmen damit, ihren Kunden immer individuellere Produkte anzubieten. Was sich möglicherweise wie Spielerei anhört, wird auch für die mittelständische Wirtschaft immer wichtiger, wie Dr. Norbert Schulz, Geschäftsführer der BREKOM GmbH betonte: „Ohne Technologien wie diese verschwinden Unternehmen vom Markt.“

Im Rahmen der Veranstaltung hatten Besucher daher auch die Gelegenheit, aktuelle Forschungsprojekte des TZI hautnah zu erleben und den Kontakt zu suchen. Das Institut freut sich über Kooperationsanfragen.

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